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Bunte Blumen und Zäune um die Gräber

Eugenia Kowalska

Tekst do wykorzystania na lekcjach j.niemieckiego
podczas realizacji tematu „Sitten und Bräuche in Deutschland”.

Zäune um die Gräber

Warum  hatten die Deutschen vor dem Krieg hohe Zäune um die Gräber gesetzt ? –fragte ich Hans-Jürgen * ehrlich gesagt um ihn zu  provozieren als wir den alten, verwilderten Friedhof der Deutschen in R. besuchten.

„Die Alten waren damals in Dauertrauer. Jedes Jahr starb jemand in der Familie, weshalb die älteren Frauen aus der Jahrestrauer nicht mehr heraus kamen. Sie trösteten sich in ihren schwarzen Kleidern deshalb mit ihren Blumen im Vorgarten“ – begann  Hans-Jürgen seine Geschichte spannend wie immer zu erzählen und ich folgte  seiner Erzählung mit Interesse.

„Samen und Ableger wurden im Verwandten- und Freundeskreis jede Woche bei Kaffee und Kuchen ausgetauscht. Wenn Oma starb, wurde ihr Körper in der Diele aufgebahrt. Alle Verwandten und Freunde konnten sich vor der Trauerfeier in der Kirche am offenen Sarg von ihr verabschieden. Mit Blumen geschmückt wurde der geschlossene Sarg in die Kirche getragen. Neben dem Sarg lagen die mit Blumen geschmückten Kränze der Verwandten und Freunde. Der Kranz war ein Zeichen dafür, dass die Tote nun in der Ewigkeit bei Gott ist. Nach dem Trauergottesdienst ging es gemeinsam zum letzten Weg auf den Friedhof, etwas abseits des Ortes. Leichengifte sollten nicht in das Trinkwasser geraten können.

Am offenen Grab wurde zum dritten Mal getrauert und gebetet. Frauen warfen Blumen auf den Sarg, Männer  drei Schaufeln Sand. Mit Handschlag wurde der Familie das Mitleid ausgesprochen. Dann traf sich die Trauergesellschaft zum Leichenschmaus bei Kaffee und Kuchen in der Diele des Familienhauses. Die Trauer wich langsam und nach einigen Gläsern  Schnaps durfte auch wieder gelacht werden. Hatte die Tote es bei Gott doch besser als alle Anwesenden.

Während der zwei Stunden des Leichenschmauses hatten Freunde das Grab mit Sand gefüllt  und die Kränze fein säuberlich oben drauf gelegt. Dann konnten die Angehörigen kommen und die beiden Schleifen mit dem letzten Gruß  und den Namen lesen und sich damit noch einmal trösten lassen.

Wenn die Trauerkranze  verwelkt waren, pflanzten Kinder und Enkel Omas Lieblingsblumen auf ihr Grab. Weil es auch damals schon böse Buben gab, die sich nicht an die 10 Gebote hielten, wurden die Blumen mit Zäunen geschützt“.

* Hans-Jürgen Ahlers  ein deutscher Philosoph, Sozialpädagoge, Mitglied der
   ev.luth.Landeskirche Hannover.


Publikacja umieszczona w Serwisie Publikacji Nauczycieli ODA, rok szk. 2004/2005

 
 

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